Ein langweiliger Sommer

Nicht wirklich sommerlich auf den Strassen und was heisst eigentlich Suspense?

Der zweite Ausflug führt CAC in die Kunsthalle Zürich, wo sich von Ende Mai bis Ende August dreimal wöchentlich zwei KünstlerInnen zur „komischen“ Gruppenausstellung gesellen. Gesamthaft wird 11-mal installiert, gesamthaft werden 42 Positionen aus Zürich gezeigt. Da mischen sich große Namen wie P. Rosenkranz, S. Shabazi, N. Hess, K. Schifferle und P. Fischli mit solchen von denen CAC bis anhin noch nichts gehört hat und deren Geburstjahr sich kurz vor dem Millenium verorten lässt. Eine große Klammer. Ein guter Titel. Eine eigenwillige Übersetzung. Ein wenig beliebig. Ein wenig gebastelt.

Ruedi Bächter

Nachdem wir erfolglos, da akustisch von Ruedi Bechters DYI Brunnens übertönt, versuchen dem Video der Q Library über das Unterbringen von Menschen in Baracken zu folgen, zieht es uns auf die andere Seite des Korridors. Wir konsultieren Nic Hess 2D-3D Ausstellungs Plan auf dem handschriftlich auf gelbem Malerband, dem Freund einer jeden Künstlerin, die Namen der beteiligten KollegenInnen aufgeführt sind.

Pamela Rosenkranz

Etwas schwindelerregend.

CAC stolpert fast über die grün beleuchtete Plastikblache von Rosenkranz, die sanft zerknautscht über gebogenen, wahrscheinlich handgeformten Keramik Knochen liegt. Mal die Runde machen im großen Raum. Was passiert, wenn nichts passiert? Werden Kausalitäten erfunden, welche nichts mit Ursache und Wirkung zu tun haben? Ein dröhnender Flieger weckt uns aus der Lethargie. Schon lange nicht mehr gehört. Hat dieser Lärm den Gummiball von der Decke fallen lassen? Wir warten bis er aufhört zu hüpfen. Er wird automatisiert wieder hochgezogen. Könnte vielleicht auch auf den Knopf an der Wand gegenüber drücken. 

Wir holen unsere Jacken und schauen noch kurz das Video von Peter Fischli. Scheint ein langweiliger Sommer zu werden, Weisswein trinkend, Wasserflaschen im Wind baumelnd und die nackte Sonne mit dem Handy filmend. Sommer des Zögerns / Summer of Suspense, das Leitmotiv lässt in seiner englischen Übersetzung auf etwas hoffen, das konsequent ausbleibt. CAC schleicht weiter Richtung Ausgang um sich später noch Gilbert & George anzuschauen.

Kunsthalle Zürich, 26.05.2020-13.09.2020

Link zur Ausstellung

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